Textauszug:
KetzereiZwei
Knechte mit groben Gesichtern zerren den Ketzer
auf den Marktplatz. Er ist mit Teer beschmiert
und mit Federn verklebt. Die Knechte heben den
Ketzer vom Karren und schleifen ihn über das mit
Kot und Holzspänen und Abfällen
verkrustete Kopfsteinpflaster zum Scheiterhaufen.
Am Fuß des Scheiterhaufens steht der Henker. Er
trägt eine Kapuze, damit der zum Tode
Verurteilte den Anblick seines Mörders nicht mit
ins Jenseits nimmt. Das machten die damals
so.»Okay!?« Der Henker und die Knechte wuchten
den Verurteilten auf den Scheiterhaufen und
fesseln ihn an
den Pfahl in der Mitte. Der Henker steckt das
Reisig an den vier Ecken an.
Das Reisig brennt wie Zunder und entzündet die
großen
Buchenscheite. Riesige Stichflammen schießen aus
dem Holz und entlocken der Menge Schreie des
Entsetzens und der Begeisterung.
Der Ketzer beginnt, laut zu beten. Da könnte man
Chöre einsetzen,
Engelschöre, Trauerchöre, Trauerengelschöre...
Stoppen Sie mal!« meinte Hilli. »Da fehlt doch
die Riesenszene mit einem Priester und so, so was
wie Sünden abschwören
im Angesicht des Kreuzes oder so; oder der Ketzer
soll widerrufen, damit er unschuldig vor den
Herrn tritt, tut er aber nicht oder so was in der
Art!« Ja, kann man ja alles machen!« Harry war
genervt. Muss man machen! Das ist saumäßig
wichtig!« Ja! machen wir ja auch! Ich schreib's
morgen noch mal um;
ich mach 'ne genaue Liste von den Szenen.« Okay,
aber machen Sie erst einmal mit Weber die Szenen
mit Rolf und Eberhard für die Folge
einhundertelf fertig.« Klar, mach ich. Mach ich
heute noch.« Harry wollte sich nicht stören
lassen. Jedenfalls,
irgendwann ist dann alles vorbei. Der Ketzer ist
unter grauenvollen Qualen
gestorben. Die dachten ja damals................
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